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Mit dem Verein an die Elfenbeinküste auf den Spuren der Kettenmenschen

Diese Reise war für den Verein "Menschen ohne Ketten e.V.", mit Michael Lieder und dem Berliner Fotografen Roland Marske ging es an die Elfenbeinküste - Côte d'Ivoire, um die Arbeit des Vereins zu dokumentieren. Psychisch Kranke scheinen in Westafrika, für niemanden ein Thema zu sein, das soll oder muss sich ändern.

Zu Zehntausenden werden sie verstoßen. Sie werden angekettet, in dunkle Verliese gesperrt oder leben obdachlos als Bettler auf der Straße. Sie leiden unter Demenz, Schizophrenie und anderen seelischen Krankheiten. Die Gesellschaft hat Angst vor ihnen. Die Gesunden glauben, die Kranken seien von Dämonen befallen; von ihnen wollen sie sich befreien.

Das war eine spannende Reise, auf der wir aufgrund der menschlichen Tragödien oft an unsere Grenzen gekommen sind. Zusammen mit - Dr. Eva Sodeik-Zecha, Geschäftsführerin von Menschen ohne Ketten e.V. und Rudolf Hausmann, Vorstand Menschen ohne Ketten e.V. konnten wir Einblick in die Arbeit vor Ort bekommen.

In Westafrika ist für viele psychisch erkrankte Menschen der Weg in eines der vielen „Gebetszentren“ mit der Hoffnung verbunden, mit Hilfe des Glaubens und starker Gebete von ihrem Leiden befreit zu werden. Leider führt die „Behandlung“ in einiger dieser Zentren eher zu zusätzlichen Problemen als zu einer Lösung.

Oft werden die Betroffenen angekettet und isoliert. Im schlimmsten Fall versuchen die Verantwortlichen die (vermuteten) Dämonen mit drakonischen Maßnahmen auszutreiben. Nahrungsentzug, Schläge oder Kaltwassergüsse verschlechtern aber fast immer den Gesundheitszustand der Patient*innen und führen – bei längerer Anwendung – im schlimmsten Fall zu Todesfällen. Die Problematik der menschenrechtswidrigen Praktiken für psychisch Kranke in Gebetszentren ist weltweit verbreitet, wie der Bericht „Living in chains“ von Human Rights Watch im Jahr 2020 deutlich machte. Auch in unseren Partnerländern – der Elfenbeinküste und Burkina Faso – existieren viele Gebetszentren, meist in Verantwortung evangelikaler Kirchen. Sie werden stark nachgefragt: weil die Bevölkerung ausgesprochen gläubig ist, aber auch aufgrund ihrer starken räumlichen Verbreitung und der für lokale Verhältnisse größtenteils kostengünstigen Aufnahme.

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Zitat des Tages

„Jede Zusammenarbeit ist schwierig, solange den Menschen das Glück ihrer Mitmenschen gleichgültig ist.“

Dalai Lama