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Aktuelles

Wie geht’s weiter bei Menschen ohne Ketten?

Die Welt verändert sich in schnellem Tempo – in Afrika wie auch in Deutschland. Als Verein müssen wir immer wieder überprüfen, ob unsere Strategie, unsere Methoden und Förderansätze noch angemessen sind. Dazu kamen am 26. September der Vereinsvorstand sowie acht weitere aktive Mitglieder in Reutlingen zu einer Strategieklausur zusammen. Dabei wurde ausführlich über die politische Lage in unseren beiden Partnerländern – Burkina Faso und der Côte d’Ivoire – diskutiert und die damit verbundenen Herausforderungen analysiert. Auch die sinkende Mittelverfügbarkeit in Deutschland für entwicklungspolitische Maßnahmen sowie weitere wichtige Fragestellungen zu finanziellen und personellen Ressourcen waren zentrale Themen.

  • Strategieklausur Sept 26 4

  • Strategieklausur Sept 26 2

  • Vorstand Neu Bei MV 2026

Neue Impulse

Wichtigstes Ergebnis der engagierten Gruppenarbeit zu verschiedensten Aspekten war die Idee einer potentiellen Öffnung unserer Kooperation mit einem weiteren Land, höchstwahrscheinlich eine Orientierung hin zu einem anglophonen Nachbarland in Westafrika. Auch mit Blick auf Partnerorganisationen soll der Rahmen etwas weiter gefasst werden, insbesondere um das wichtige Thema der notwendigen Gesundheitsaufklärung und der De-Stigmatisierung zu psychischen Erkrankungen intensiver bearbeiten zu können. Wie das konkret aussehen kann, wird in naher Zukunft weiter ausgearbeitet – wir werden darüber sicher an dieser Stelle berichten!  
Insgesamt wird unser Engagement jedoch auch in Zukunft von Kontinuität geprägt sein, insbesondere um unseren aktuellen Partnerorganisationen möglichst hohe Verlässlichkeit in der Begleitung zusichern zu können.

.. und Veränderungen im Vorstand

Last but not least gibt’s noch eine personelle Neuerung: Auf der Mitgliederversammlung am 2. Oktober wurde die stellvertretende Vorsitzende Dr. Petra Zimmermann-Steinhart mit herzlichem Dank für ihr langjähriges Engagement verabschiedet. Als Nachfolgerin wurde die Psychologin Lena Preiss einstimmig gewählt. Sie wird den Vorstand mit ihrer beruflichen Expertise und ihrem Einblick in die Arbeit unserer afrikanischen Partner bereichern.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihr und sind für die bestehenden - und die kommenden – Herausforderungen gut aufgestellt!

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Wir begrüßen die Association Hunsu N’Laafi als neue Partnerorganisation!

Wir freuen uns riesig, dass wir die ‚Familie‘ wieder einmal erweitern können: Es ist toll, dass es in Burkina Faso so viele engagierte Menschen gibt, die sich für psychisch erkrankte Menschen einsetzen!

Schon seit letztem Jahr wurde der Kontakt aufgebaut mit einer kleinen Initiative im Örtchen Cella, ca. 20 km von Tenkodogo entfernt. Die Geschäftsführerin konnte den sehr rührigen Initiator und Präsidenten der Organisation in Ouagadougou treffen, Herrn Jérôme Bambara. Er erzählte, dass die Association Hunsu N’Laafi („Gott heilt“ in der lokalen Sprache Bissa) sich seit über 10 Jahren um psychisch erkrankte Menschen bemüht, die von ihren Familien nicht angemessen betreut werden. Er selbst kümmert sich um die medizinische Versorgung, indem er die Patient*innen in die psychiatrische Abteilung des Regionalkrankenhauses in Tenkodogo bringt und die verschriebenen Medikamente besorgt. Zudem beherbergt der Verein aktuell etwa acht Patient*innen ohne familiäre Anbindung auf einem kleinen Gelände. Dort wird auch etwas Gartenbau zur Selbstversorgung betrieben. Die laufenden Kosten - von unglaublichen 30 € pro Monat - für dieses Zentrum trägt der Verein aus eigenen Mitteln. Da sie jedoch immer bekannter werden, wächst die Nachfrage und damit auch die finanzielle Belastung.

  • Neugebaute Ställe

  • Der Präsident von Hunsu N'Laafi mit unserem nationalen Koordinator

Pilotprojekt zur Kleintierzucht

Daher wurde der Wunsch an Menschen ohne Ketten herangetragen, die Organisation beim Aufbau eines kleinen Zuchtbetriebs zu unterstützen: Hühner und Schweine werden die Ernährung der betreuten Patient*innen verbessern. Gleichzeitig ist die Versorgung der Tiere eine geeignete Beschäftigung für die schon stabileren Kranken. Mit einer sehr bescheidenen Förderung des Vereins wurden inzwischen die Ställe erstellt. Dieudonné Kaboré, unser lokaler Koordinator, konnte sich im Juli von der fachgerechten Bauweise überzeugen. Aktuell werden die ersten Jungtiere für die Zucht beschafft, dann werden rund 200 Küken und 6 Schweine in die Ställe einziehen.

Im Spätherbst hoffen wir dann auf eine Bereicherung des Speiseplans!  

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Hoher Besuch: Der deutsche Botschafter im Centre Jubilé Korhogo

Ende 2025 wurde der große Wunsch von Soeur Gisèle, der Leiterin des CJK, erfüllt: Mit freundlicher Unterstützung der deutschen Botschaft in Abidjan wurde die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Gelände des Zentrums ermöglicht. Damit wird das Zentrum unabhängig von der – oft unzuverlässigen – kommunalen Stromversorgung. Dazu kann viel Geld für die monatliche Stromrechnung eingespart werden, zum Nutzen der Versorgung der Patient*innen! Die Sonnenstrom-Versorgung startete bereits Ende November 2025 und funktioniert seither einwandfrei 😊.

Der Realisierung voran ging ein gemeinsam entwickelter Förderantrag beim sog. Kleinprojektefonds der deutschen Botschaft. Durch frühere vertrauensvolle Kontakte von Menschen ohne Ketten mit Botschaftsangehörigen wurden wir auf diese Chance hingewiesen, dass der Fonds Gelder für ivorische Vereine und Projekte zur Verfügung stellt. Wir freuen uns sehr, dass es 2025 nun geklappt hat! 

Das I-Tüpfelchen dieser gelungenen Zusammenarbeit war der Besuch von Botschafter Matthias Veltin am 23. Juni. Er konnte sich dabei vor Ort von der erfolgreichen Realisation der Förderung überzeugen. Er nutzte die Gelegenheit auch gleich, um sich mit großem Interesse über die Arbeit des CJK mit psychisch erkrankten Menschen zu informieren. Das Thema ist dem deutschen Botschafter nicht ganz unbekannt, war doch sein Vater der in der deutschen Sozialpsychiatrie bekannte psychiatrische Facharzt Alexander Veltin. Somit ergaben sich viele spannende Gesprächsthemen mit dem Team des Centre Jubilé während des Besuchs. Beide Seiten waren hoch zufrieden mit dem Austausch.

Wir hoffen also auf weitere gute Zusammenarbeit mit der deutschen Vertretung in Abidjan ! 

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Gratulation an Yannick für die Top Ten!

Unser Stipendiat Yannick Yapi hat sein erstes Ausbildungsjahr als Krankenpfleger mit Auszeichnung abgeschlossen. Wir freuen uns sehr über sein tolles Abschneiden als einer der 10 besten Absolventen der staatlichen Pflegeschule INFAS in Bouaké.

  • Ubergabe Diplome 1 Jahr 2026

  • Felicitations Yannick 2026

Seit dem Frühjahr 2025 finanzieren wir Yannick diese umfassende Ausbildung, damit er nach dem erfolgreichen Abschluss das Pflege-Team von St. Camille tatkräftig und kompetent verstärkt.

Der Anfang war allerdings etwas hart, wie Yannick in seinem ersten Bericht schrieb:
„Das Tempo war hoch und die Online-Kurse, die wir von 8 bis 17 Uhr hatten, waren für mich eine neue, sehr anstrengende Erfahrung. Zudem stellten die häufigen Bewertungen und die hohen Anforderungen eine Herausforderung dar, die es zu meistern galt“. Aber seine hohe Motivation half ihm, sich durchzubeißen: „Ich war voller Begeisterung, Hoffnung und Stolz bei dem Gedanken, den weißen Kittel zu tragen und einem edlen Beruf nachzugehen: dem der Pflege, dem Dienst an der Bevölkerung. Trotz der Müdigkeit und manchmal auch der Momente der Entmutigung habe ich gelernt, durchzuhalten und im Team zu arbeiten. Meine Betreuer haben mir sehr dabei geholfen, diese Hindernisse zu überwinden“.

Gute Ergebnisse - gute Perspektiven

Yannick wird in allen Aspekten durch unseren ivorischen Koordinator begleitet um sicherzustellen, dass er gute Lernbedingungen vorfindet. Mit dieser Verbindung von enger Betreuung und hohem Engagement konnte Yannick sein erstes Ausbildungsjahr erfolgreich meistern – und seine eigenen Erwartungen übertreffen:
Am Ende des akademischen Jahres war er einer der 10 besten Pflegeschüler und erhielt am 18. April zusammen mit den weiteren 9 Top-Absolventen eine offizielle Ehrenurkunde überreicht. Wir hoffen also, dass dieser Motivationsschub ihn auch gut für das zweite Ausbildungsjahr motiviert. Als nächstes stehen die ersten Praktika in Gesundheitseinrichtungen an, auf die sich Yannick schon sehr freut.
Wir werden ihn weiterhin eng begleiten und hoffen, dass Yannick sein letztendliches Ziel erreicht – den Abschluss als examinierter Pfleger. Wir glauben, dass Yannick alles notwendige dafür mitbringt, wie er selbst meint: „Abschließend möchte ich sagen, dass ich stolz und sehr glücklich bin, Teil dieser Gemeinschaft von Saint Camille und seinem Partner MOK zu sein, die mir einen Traum wahr gemacht haben. Ich verspreche, mein Bestes zu geben, um am Ende ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen“.

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Wir machen unsere Partnerorganisationen fit!

Auch in Afrika reichen das fachliche Wissen und persönliche Engagement oft nicht aus, um in der Arbeit Erfolge zu erzielen: Die Nichtregierungsorganisationen brauchen zudem eine kompetente Leitung, die gut informiert ist und strategisch agieren kann – zumal unter den oft schwierigen Rahmenbedingungen!

Deswegen unterstützten wir vom 15.-17 April gleich zwei Fortbildungsveranstaltungen für unsere Partner, jeweils eine in jedem Partnerland.

  • Konfliktmanagement Bouaké

  • Neuregelung NRO-Gesetze Ouagadougou

Worum geht es?

In der Elfenbeinküste wurde auf vielfachen Wunsch der Zentrumsleitungen das Thema Konfliktmanagement bearbeitet. Die Expertin Nathalie Kouakou leitete das Training in Bouaké für die 13 teilnehmenden Führungskräfte aus fünf Partnerorganisationen. Sie konnten sich in vielen interaktiven Übungen und Rollenspielen mit realen Konfliktthemen auseinandersetzen. Sie lernten Instrumente der konfliktsensiblen Kommunikation sowie der Mediation, um in Zukunft die oft herausfordernde Zusammenarbeit im Team und mit den Patient*innen besser meistern zu können.

In Burkina Faso standen dagegen die neuen politischen Anforderungen an Nichtregierungsorganisationen im Fokus: Seit 2025 wurde die für Nichtregierungsorganisationen (NRO) relevante Gesetzgebung z.T. drastisch verändert, so dass die Partnerorganisationen nun dringend (administrative) Anpassungen vornehmen müssen. Ansonsten besteht die Gefahr der Nicht-Konformität mit staatlichen Regelungen, was im schlimmsten Fall die Schließung durch staatliche Behörden zur Folge haben kann!
Damit alle Partner über die neuen Gesetze informiert werden und Schritte für die notwendige Neu-Justierung planen können, fand vom 16. - 17. April in Ouagadougou eine gemeinsame Fortbildung zum Thema statt.  Die 16 teilnehmenden Führungskräfte wurden durch die Beratungsorganisation „Purs Conseils“ kompetent und praxisorientiert durch die verschiedenen Themenfelder geleitet: Besprochen wurden insbesondere die Bedingungen der Neu-Registrierung, die Notwendigkeit von Satzungsänderungen sowie die geänderten Vorgaben für die Kontoführung der NRO. Damit sind die Leitungen der Partnerorganisationen nun gut gerüstet, um sich auch weiterhin für das Wohl der psychisch erkrankten Menschen einsetzen zu können.

In beiden Ländern zeigten sich die Beteiligten sehr zufrieden mit den vermittelten Inhalten und gehen nun gestärkt in die Zukunft. Wir wünschen Ihnen weiterhin ganz viel Erfolg in ihrem Engagement!

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